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A. Forel: »Die Rolle der Heuchelei« und »Die Moral an sich«

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In diesem Heft haben wir zwei recht unbekannte Aufsätze von Auguste Forel zusammengefasst. Es handelt sich um zwei Vorträge, die aus dem Jahre 1924 stammen, und fast nichts an ihrer Aktualität eingebüßt haben. In großen Teilen sprechen sie genau die gleichen Dinge an, die heute in dem Verhalten der Menschen zu sehen sind. Allein das ist schon bemerkenswert - denn in knapp einhundert Jahren scheint die Mehrheit der Menschen zu kaum einem philosophischen Erkenntnisgewinn gelangt zu sein. Und genau daraus erwachsen auch zahlreiche Probleme, vor denen die Menschheit immer wieder steht.

 

Der erste Aufsatz »Die Rolle der Heuchelei, der Beschränktheit und der Unwissenheit in der landläufigen Moral« analysiert klar, wie die Selbstlüge psychologisch funktioniert - was letzendlich zu einer völlig verlogenen Gesellschaft führen muß: Denn die sogenannte »Gesellschaft« ist ja nichts anderes, als die Summe ihrer Einzelwesen. Dieses Verhalten zieht sich durch die Jahrhunderte wie ein roter Faden - echte Aufklärung ist eben nicht gewünscht. Es herrscht Selbstlüge, Selbstbetrug, der Glaube an religiöse Ammenmärchen, eine Heuchelei im täglichen Verhalten, daß sich die Balken biegen. Forel - ein scharfer Freidenker - geht hier den Dingen auf den Grund, und schreckt vor keinem heißen Eisen zurück: Dummheit, Ehe, Schule, Patriotismus, Krieg, gesellschaftliche Veranstaltungen, Kapital, Religion, Recht, Medizin, Kunst und Wissenschaft.

Forel: »Man muß, ohne Schiffbruch zu leiden, die Klippen der traurigen und schmutzigen Wirklichkeit des menschlichen Elendes passieren, wenn man die Kraft erwerben will, mit einem scharfen Besen ohne Rast den Augiasstall der Heuchelei, des egoistischen Freibeutertums, der Dummheit, der vorurteilsvollen Unwissenheit und des Aberglaubens unserer Zeit auszumisten. Kurz gesagt, man muß den Schmutz sehen, sonst kann man ihn nicht beseitigen.«

Der zweite Aufsatz: »Die Moral an sich« ist eine philosophische Betrachtung über das, was der Mensch »Moral« oder »Gewissen« nennt. Auch hier fegt Forel schonungslos durch den Stall an Unwissenheit und Fehlvorstellungen, wie sie fast bei allen Menschen vorhanden sind. Wie Tietjens weiß auch Forel, daß der Mensch eben nicht den freien Willen hat, den er sich selbst immer in die Tasche lügt. Sondern, daß wir seit unserer Kindheit mit Fehlvorstellungen, Dogmen, moralischen Vorstellungen und Verhaltensweisen abgefüllt werden - und uns dann so verhalten, wie wir uns verhalten, weil wir es nicht anders kennen: Und dann irrtümlich meinen, frei in allen unseren Gedanken und Entscheidungen zu sein. Es gibt eben keine absolute Moral und kein absolut richtiges Verhalten. 

Forel: »Es gibt keine absolute Moral; [...] Was gut und moralisch für ein Lebewesen ist, wird oft schlecht für seinen Nachbar. Die behauptete persönliche göttliche Offenbarung vieler Religionen beruht auf Sinnestäuschungen, auf Fata Morgana ihrer Propheten. Sie hat demgemäß die natürliche Moral vielfach auf Irrwege geführt, und ihre Dogmen haben die Völker nur allzulange tyrannisiert.«

Broschüre, 56 Seiten, moderne Schrift, A5.


Dieser Artikel wurde am Donnerstag, 16. Juni 2016 im Shop aufgenommen.