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Survival - oder "Der Zahltag ist gekommen"


Wie viele andere "Schlagwörter" wurde auch das Wort Survival in den letzten Jahrzehnten inflationär
verwendet. Kaum jemand macht sich Gedanken, über die Bedeutung dieses Wortes. Schieben wir einmal alles
beseite, was wir mit diesem Begriff verbinden. Vergessen wir die zahllosen Bücher die es über dieses
Gebiet gibt. Befassen wir uns mit der wahren Bedeutung von "Survival".

Survival bedeutet erst einmal nichts weiter als Überleben. Survival ist nicht Tod, Survival ist Leben.
Dieser Begriff gilt nicht nur für den Menschen, sondern für alle Lebewesen auf diesem Planeten. Survival
ist "Überleben für alle Lebewesen".

Der Mensch hat sich über die Natur hinweggesetzt, und mißachtet sie. Scheinbar ohne Folgen vergewaltigt
er Tag für Tag seine Mitlebewesen und seine Artgenossen. Der Mensch hat sich nicht zur "Krone der
Schöpfung" entwickelt, sondern zum "gefährlichsten Raubtier" auf Erden. Dieses System ist auf Ausbeutung
und Tötung ausgelegt. Der Mensch ist damit zum Feind aller Lebewesen geworden, auch zum Feind seiner
Artgenossen. Dies muß nicht einmal bewußt passieren, allein unser naturentfremdeter Lebensstil trägt dazu
bei, daß die Tötung von Lebewesen zum "notwendigen Übel" degradiert wurde. Für die Ansammlung von
materiellen Gütern mißachtet der Mensch jegliche Naturgesetze. Der Mensch ist bereit, für seinen
"Lebensstil" andere Lebewesen zu töten, auszubeuten und zu quälen. Dies ist ein absurdes und kaputtes
System. Und jeder von uns trägt seinen kleinen Teil dazu bei, daß immer mehr Energie in diesen irren
Kreislauf gesteckt wird. Es ist ein Karussell, daß sich immer schneller dreht. Wir können solange Energie
hineinstecken, bis es auseinanderfliegt. Wir könnten es aber auch langsam und sicher abbremsen. Es liegt
an uns was passiert.

Gerade in unserer heutigen Zeit müssen wir alle klar Stellung beziehen:

Sind wir Befürworter des Systems?

Wollen wir dieses lebensfeindliche und perverse System weiter unterstützen?

Bedauern wir gar seinen "Zusammenbruch"?

Ein jeder vernünftig denkende Mensch sollte sich über den Niedergang dieses Systems freuen. Es kann der
Welt nichts besseres passieren, als wenn es Rezession oder wirtschaftliche Depression gibt. Je weniger
konsumiert wird, desto geringer ist die Ausbeutung. Im gleichen Moment reduziert sich die Erzeugung von
Leid, Schmerz und Tod.

Viele "Wissenschaftler" prophezeien: "Wenn wir den Fortschritt stoppen, und in die technische Steinzeit
zurückkehren, werden neun Zehntel der Menschheit nicht überleben."
Da ist was wahres dran. Ich möchte die Antwort von Karl F. Kohlenberg geben lassen, wie er es in seinem
Buch "Enträtselte Zukunft" beschreibt:

"Als im deutschen Bundestag die Debatte auf den Naturschutz kam, sagte ein Parlamentarier: "Sollen wir
etwa wieder mit der Postkutsche fahren, und zu Hause Flachs spinnen", was unter den Abgeordneten nur
allgemeine Heiterkeit auslöste. Das Lachen ist jenen Abgeordneten seither vergangen. Wie die Dinge
liegen, werden kommende Generationen sich wahrscheinlich glücklich schätzen dürfen, wenn ihnen
Postkutschen und ihren Frauen Flachs zum Spinnen überhaupt noch zur Verfügung stehen, was aber wohl kaum
zu hoffen ist.

"Ist hier jemand für die Steinzeit?" fragte der amerikanische Autor Isaak Asimov, Professor für Chemie an
der Universität Boston. Rückzug aus fehlgelaufener Zivilisation in eine Art Serengeti für den Homo
sapiens sei undenkbar, meinte er. "Das bedeutet den Tod von neun Zehnteln der Weltbevölkerung und den
Verlust von zehn Zehnteln unserer Technologie. Wir müssen es also schon mit der Wissenschaft versuchen!".

[...] Wie die Dinge liegen, ist es mit gutem Willen allein, mit "kleinen Schritten" oder mit dem
Auf-der-Stelle-Treten nicht getan. Um mit Hamlet zu reden: "Sein oder Nichtsein, das ist hier die
Frage!" In unglaublicher Verkennung der Wirklichkeit halten sogenannte Pragmatiker es für "irreal" oder
gar für "utopisch", von der zivilisierten Bevölkerung zu verlangen, daß sie zum "einfachen Leben"
zurückkehre, aus Städte, Eisenbahnen, Flugzeuge, Kraftwagen Verzicht leiste, denn dies würde ja - so
Professor Asimow - "den Tod von neun Zehnteln der Weltbevölkerung bedeuten".

Mit Cromwell kann der Mitbetroffene da nur sagen: "Eine traurige Notwendigkeit!" Der Zahltag ist eben
gekommen. Die Schulden, die man so leichtfertig auflaufen ließ, werden vom Schicksal nun mehr mit Zinsen
eingefordert. [...]

Da nun das Raumschiff Erde nicht zu vergrößern ist, seine Vorräte an Rohstoffen und Nahrungsmitteln zur
Neige gehen, ja, allen Lebewesen auf diesem Planeten der Erstickungstod droht, bleibt nur die
Alternative, entweder einen Teil der Besatzung zu opfern oder insgesamt unterzugehen.
Im übrigen ist es keineswegs sicher, daß neun Zehnteln der Weltbevölkerung ein solches Ende beschieden
sein wird.

Gewiß, mancher Zivilisierte mag es vorziehen, lieber zu sterben als in harter Mühe dem verwüsteten
Erdreich sein tägliches Brot aburingen. Viele werden an Krankheiten und Seuchen zugrunde gehen, wenn der
Medizin die technischen und pharmazeutischen Mittel nicht mehr zur Verfügung stehen. Manche mögen es
unerträglich finden, ihre hochkomfortablen Bungalows oder Herrensitze aufzugeben, um in die
selbstgezimmerte ärmliche Fischerhütte oder Bauernkate ihrer Altvorderen zurückzukehren.

Ist das Glück unseren Enkeln und Urenkeln hold, dann klärt sich vielleicht der Himmel über ihnen nach und
nach, die Gewässer reinigen sich im Laufe der Zeiten, wenn die Räder der Fabriken zum Stillstand gekommen
sind, und langsam gewinnen sie die Kraft, Gesundheit und Lebensfreude der früheren Menschheit zurück.

Auch das Problem der Überbevölkerung, die - wie Professor Siekevitz meint - ebenso wie die
Umweltverpestung eine Folge des raschen technischen Wachstums ist, wird sich in dem Augenblick von selbst
lösen, wenn die Härte der Lebensverhältnisse ein Zuviel an Nachkommenschaft verbietet und das Gesetz der
natürlichen Auslese wieder Geltung gewinnt.

Ob "wir wieder mit der Postkutsche fahren und zu Hause Flachs spinnen" können, wird einzig und allein von
der Regenerationsfähigkeit der Böden sowie vom Fleiß und der Umsicht ihrer Bebauer abhängen; es müßte als
unverdiente Gnade betrachtet werden."

Dem ist wenig hinzuzufügen.

Zunächst einmal - als ersten Schritt - muss der Mensch sich selbst erkennen. Er muß seine Gedanken
ändern. Er muß sein Gehirn für das benutzen, wofür er es bekommen hat: zum Denken. Er soll das Denken
nicht den Wissenschaftlern, Führern, Gurus, Computern und Experten überlassen (frei zitiert nach Kiss
Maerth). Ist der Mensch dann zur gedanklichen Erkenntnis seiner selbst gelangt - wenn er seinen
wirklichen, echten inneren Frieden gefunden hat - so werden die Taten alsbald folgen. Aus innerem, echten
Glück werden nur ethisch vertretbare Taten folgen.

Einer jeden Tat gehen Gedanken voraus. Wir müssen also zunächst unser eigenes Denken ändern. Und dies
radikal. Wir können uns nicht mehr mit Halbwahrheiten zufrieden geben. Wenn die Gedanken einmal gedacht
wurden, kann man sie nicht mehr einfach beiseite schieben. Hat man einmal grundlegende Überlegungen als
festes Fundament, kann man sein Verhalten nur noch auf diesem festen Fundament aufbauen. Wir bauen auf
Fels, nicht auf Sand.


Daß das oberste Ziel aller politischen, religiösen und gesellschaftlichen Vereinigungen muß die
Verhinderung und Verminderung von Leid sein. Dies ist das einzige Ziel, was sich jede Partei als ersten
Paragraphen in die Satzung schreiben muß. Und diese Vermeidung von Schmerz und Leid muß jedes Lebewesen
auf dieser Erde mit einschließen. Sie darf nicht nur für den Menschen gelten. Die einzige Partei die eine
Daseinsberechtigung hätte, wäre die "Lebenspartei". Heute sind wir von Todesparteien umgeben, deren
einziges Ziel darin zu bestehen scheint, ihren Mitgliedern finanzielle Vorteile zu verschaffen. Egal auf
wessen Kosten. Es gibt nur einen Ausweg aus der Misere: Weg mit diesem System. Dieses System muß und wird
zusammenbrechen, und das ist die einzige Hoffnung die einem klar denkenden Menschen bleibt. Der
Zusammenbruch ist kein Grund zur Trauer, es ist ein Grund zur Hoffnung. Wir dürfen diesem verwerflichen
System nicht eine Sekunde nachtrauern, wenn es in Trümmern liegt.

Wir dürfen auch keine imaginären Ängste vor dem Zusammenbruch haben. Jeder Tag hat seine eigenen Sorgen
(Jesus). Wir leben heute, hier und jetzt. Nicht in zehn Jahren, auch nicht in fünf Wochen. Today is the
day. Die meisten Menschen leiden unter ihrem Gehirn. Sie leben entweder in der Vergangenheit, oder in der
Zukunft. Sie belasten sich sogar mit vergangenen Gedanken und Illusionen, denen sie sich vor langer Zeit
einmal hingegeben haben. Gestern war der Tag vor dem du vorgestern noch Angst hattest. Heute ist der Tag,
vor dem du gestern Angst hattest. Der Mensch lebt ständig in Furcht und Angst. Diese imaginären Ängste
(Verlust- und Todesängste) sind es auch, die den Menschen zur Errichtung eines naturwidrigen Systems
zwangen. Lebe hier und jetzt. Tue heute was für diese Welt, warte nicht auf
den Crash, bis du Lust hast, oder dir jemand anderes einen Arschtritt versetzt!


Wir müssen (leider, Homo sapiens hat's wieder mal versaut) an die Zukunft denken. Wir dürfen aber keine irrationalen
Ängste von uns Besitz ergreifen lassen. Ziel muß daher sein: Ängste abbauen, ichbezogene Wünsche vernichten, Leid
verhindern, diesem widerwärtigen System den Rücken kehren. Und etwas dagegen tun.

Dies ist einfach gesagt, aber meist schwer getan. Dies geht nicht mit der Brechstange von heute auf
morgen. Wer 40 Jahre süchtig ist, kann nicht über Nacht die große Erleuchtung erlangen und clean sein.
Dies ist ein Prozess, der mit gedanklicher Erkenntnis über Zusammenhänge anfängt, und mit der eigenen Tat
- oder besser gesagt: "Nicht-Tat" - weitergeht. Der Mensch muß immer werkeln, erfinden, arbeiten,
konsumieren. Als ob ihm eine imaginäre Macht im Nacken säße, die ihn zu unermüdlicher Tätigkeit vorwärts
peitscht. Ein irrer Wettlauf, zu dem ihm sein erkranktes Gehirn antreibt. Anstatt Tun, einfach mal
"Nicht-tun"! Zur Einfachheit und Genügsamkeit zurückfinden. Geistige Schätze ansammeln, nicht irdische! -

Seit 5000 Jahren predigen weise Menschen dies, ohne daß sie Gehör fanden. Traurig! - Gerade heute müßte
es mehr Mahner geben denn je. Fehlanzeige!

Wie kann dieses System zerstört werden? -

Mit Bomben, Sprengstoff und Raketen nicht. Dies ist der Weg der kleinen Kinder, die wütend auf den Boden
stampfen und das Spielzeug dem Vater hinterherwerfen, wenn etwas nicht nach ihrem Willen geschieht. Dies
ist der alte Weg der Gewalt, der nichts ausrichten wird. Gewalt erzeugt neue Gewalt und Unfreiheit.
Terroristen haben dies nicht verstanden, die Politiker haben das nicht verstanden. Sie sind wie der Rest
der Welt geistig umnachtet. Ihre Ziele mögen ehrbar sein, aber der Weg ist falsch. Er war bei der RAF
falsch, und er wird bei Al-Quaida falsch sein. Eine falsche Tatsache wird nicht richtiger, wenn man sie
dauernd wiederholt.

Der einzige Weg dieses System in die Knie zu zwingen, ist passiver, gewaltfreier Widerstand. Dies ist der
einzig gangbare weg für jeden von uns. Es ist zugleich der einfachste, aber auch der schwerste Weg den
der Mensch gehen muß. Er ist einfach, weil er die Einfachheit als oberstes Prinzip ansieht. Er ist
schwer, weil die Begierden des Menschen unendlich groß sind. Er ist schwer, weil wir einer ständigen
Gehirnwäsche unterzogen werden, seit unserer Geburt. Macht euch daher zuerst geistig frei, und der Rest
geschieht automatisch.

Dies ist geistiger Sprengstoff, der weit gefährlicher als alle Bomben ist. Die Politiker haben nicht vor Sprengstoff
und Bomben Angst. Sie haben Angst vor dem Gedanken der dadurch symobolisiert wird. Heute findet ein Kampf
der Gedanken statt. Die Machthaber sind froh, wenn die Bevölkerung in imaginären Ängsten lebt. Ob im Kalten Krieg,
der Finanzkrise oder vor dem Terror:

»[...] Das ist nicht die Art, auf die es die Medien darstellen wollen. Sie verdrehen es und verwandeln es in Angst.
Denn wenn du das Fernsehen anmachst, und die Nachrichten ansiehst, wirst du mit Angst vollgepumpt:
Es gibt Fluten, es gibt AIDS, es gibt Mord. - Werbeunterbrechung: »Kauf einen Acura, kauf Colgate.
Wenn du Mundgeruch hast, redet keiner mit dir. Wenn du Pickel hast, werden die Mädchen nicht mit dir ficken.«
Es ist eine Kampagne der Angst und des Konsums. Ich denke, das Ganze ist auf der Idee aufgebaut, alle ängstlich zu
halten, damit sie konsumieren. Ich glaube, darauf kann man es reduzieren.«
Marilyn Manson

SIE haben keine Angst vor Waffen, dem bösen Osama, oder den Bomben. SIE haben Angst, daß der Mensch irgendwann keine
Angst mehr hat. Und dieser sich fragend umsieht, und kopfschüttelnd darüber lächelt, welche Ziele er einst zum einzigen
Lebenszweck erhoben hat. Davor haben all diejenigen Angst, die von unserer Angst profitieren.

Laßt uns die geistigen Schwerter zum Kampfe wetzen!


Dieses System muß von innen her ausgehöhlt werden: Sparsamkeit, Konsumverzicht, selbst angebaute,
einfache vegetarische Ernährung. Jeder Gegenstand den wir nicht kaufen, ist ein positiver Beitrag zur
Verhinderung des Leids. Jedes Stück Fleisch welches wir nicht verzehren, verhindert Schmerz, Leid und Tod.
Alles was wir in ökonomischer Hinsicht "Nicht-Tun" ist gut. Stück für Stück muß
der Mensch zu einem einfachen, genügsamen Leben zurückfinden. Er muß sein Glück nicht in äusseren Dingen
suchen, er muß es in sich selbst suchen. Wenn er dies gefunden hat, muß er sich nicht mehr wie ein irrer
Affe gebärden, für den die Ansammlung materieller Güter das oberste Lebensprinzip darstellt. Zur
Erreichung seiner Ziele schlägt der Mensch alles tot, fährt alles tot und frißt alles tot.

Lasst uns daher heute beginnen, dieses System auszhöhlen, bis es wie ein morscher Baum beim kleinsten
Windstoß in sich zusammenknickt.

Die einzig richtige Definition von Survival muß daher lauten:

  1. Erzeuge kein Leid und keinen Schmerz bei Lebewesen: Du sollst nicht töten, weder Mensch noch Tier.
  2. Erkenne, dass dein wahres Glück nicht außerhalb von dir existiert.
  3. Finde deine innere Zufriedenheit durch Ansammlung "geistiger Schätze".
  4. Kehre diesem System dem Rücken, und weine ihm nicht nach, wenn es in Trümmern liegt.
  5. Trauere nicht um Menschen, die dann die Früchte ihrer Taten ernten werden. Sie haben es nicht anders
    verdient. "Der Zahltag ist gekommen."
  6. Ein System welches auf den Trümmern dieser "Zivilisation" errichtet werden wird, darf nur organischer
    Natur sein.
  7. Die Technik muß dem Leben dienen, und nicht umgekehrt!




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